Kapodaster: wofür er gut ist und wie man ihn nutzt
Der Kapodaster ist eine kleine Klemme, die dir Hunderte Lieder eröffnet, ohne neue Akkorde zu lernen. Wir zeigen dir, wie der Kapodaster funktioniert, wie du ihn richtig auf die Gitarre setzt und welchen Typ du wählst. Und warum viele Gitarristen ohne ihn nicht aus dem Haus gehen.
Der Kapodaster kurz erklärt
Der Kapodaster (englisch capo) ist eine Klemme, die die Saiten an das Griffbrett der Gitarre drückt und so die Stimmung des ganzen Instruments erhöht. Er wirkt wie ein beweglicher nullter Bund. Wohin du den Kapodaster setzt, dort entsteht ein neuer „Anfang" des Griffbretts. Dadurch spielst du in einer anderen Tonart, nutzt aber dieselben bekannten Griffe.Es ist eines der günstigsten und nützlichsten Zubehörteile, die du für die Gitarre haben kannst.
Wofür dient der Kapodaster?
Der Kapodaster ändert die Tonart eines Liedes, ohne dass du neue Akkorde lernst. Das ist beim Singen entscheidend. Wenn ein Stück für dich zu hoch oder zu tief ist, verschiebst du den Kapodaster und singst plötzlich bequem. Er hilft auch, den Klang der Gitarre aufzuhellen und sich schnell mit einem zweiten Gitarristen abzustimmen. Viele Radio-Songs sind genau mit Kapodaster aufgenommen.Wie funktioniert der Kapodaster und wie setzt du ihn?
Jeder Bund hebt die Stimmung um einen Halbton. Der Kapodaster im zweiten Bund erhöht den Ton also um einen Ganzton, im fünften um eine Quarte. Die Griffe bleiben gleich, nur die Höhe ändert sich. Genau deshalb spielst du mit ein paar offenen Akkorden Lieder in verschiedenen Tonarten.
Wohin genau setzt du den Kapodaster?
Setze den Kapodaster dicht hinter den Bund, nicht direkt darauf und nicht in die Mitte zwischen die Bünde. Nahe am Bund liegen die Saiten sauber auf und schnarren nicht. Der Druck soll gerade so sein, dass die Töne sauber klingen. Zu viel Druck verstimmt die Saiten nach oben. Nach dem Aufsetzen immer die Saiten anschlagen und die Gitarre bei Bedarf nachstimmen. Wie das geht, zeigt der Beitrag Gitarre stimmen.Wie wählst du einen Kapodaster?
Es gibt mehrere Arten von Kapodastern, die sich in Tempo, Druck und Preis unterscheiden. Für die meisten Spieler sind ein Klemm- oder ein Schraubmodell die beste Wahl. Sieh dir das ganze Angebot in der Kategorie Kapodaster an.Klemm-Kapodaster (Trigger)
Der beliebteste Typ. Du setzt ihn mit einer Hand in einer Sekunde auf, ideal für die Bühne und schnelle Wechsel beim Spielen. Eine Feder hält ihn. Marken wie Dunlop Trigger oder Ernie Ball gehören zu den bewährten. Kleiner Nachteil: Der Druck lässt sich nicht feinjustieren, daher verstimmt er bei günstigen Modellen manchmal die Saiten der Gitarre.Schraub-Kapodaster (Shubb und Co.)
Den Druck stellst du mit einer Schraube ein, so schnarren die Saiten weniger und die Stimmung bleibt präzise. Das Aufsetzen dauert einen Moment länger. Es ist die Wahl fürs Aufnehmen und für Spieler, denen ein sauberer Ton wichtig ist. Shubb ist in dieser Kategorie ein Klassiker.Elastischer und Teil-Kapodaster (Partial)
Der elastische Gummi-Kapodaster ist am günstigsten und gut für den Anfang, hält den Druck aber nicht gleichmäßig. Der Teil-Kapodaster drückt nur einige Saiten und schafft interessante offene Stimmungen ohne Umstimmen. Er ist eher ein Werkzeug zum Experimentieren für Fortgeschrittene.
Welcher Kapodaster für welche Gitarre?
Die Form des Griffbretts entscheidet. Für Akustik- und E-Gitarre brauchst du einen Kapodaster mit leicht gewölbtem Profil, denn ihr Griffbrett ist gewölbt. Für die Konzertgitarre mit Nylonsaiten nimm einen geraden Kapodaster, da ihr Griffbrett flach und breiter ist. Für die zwölfsaitige Gitarre braucht es mehr Druck. Auch fürs Ukulele gibt es einen kleinen Kapodaster. Wenn du bei der Wahl des Instruments selbst schwankst, hilft Gitarre auswählen.Häufige Fehler beim Einsatz des Kapodasters
Der häufigste Fehler ist das Aufsetzen zu weit vom Bund, was Schnarren verursacht. Der zweite ist zu viel Druck, der die Saiten nach oben zieht und die Gitarre verstimmt. Der dritte ist, den Kapodaster dauerhaft an einer Stelle zu lassen, wodurch die Saiten schneller verschleißen. Nach jedem Verschieben des Kapodasters die Saiten anschlagen und nachstimmen.